Quelle: IM NETZ

Coming soon
Jungstars im Aufwind: Bernhard Luxbacher

IM NETZ Redaktion am 2012-07-10

Bernhard Luxbacher gilt als eines der größten Talente der Austria-Nachwuchsschmiede. Mit 17 Jahren unterschrieb er bereits einen Jungprofivertrag bei den Veilchen.

Seinen ersten Vertrag hat der 17-Jährige bereits in der Tasche. Die logische Konsequenz seines steilen Aufstiegs im Frühjahr. Ausschlaggebend für diesen Karrieresprung  war das Hallenturnier im deutschen Göttingen. Mit dem U18-Team der Violetten spielte er groß auf – erst im Finale war gegen Schalke 04 Endstation. Der bislang größte Erfolg in seiner noch jungen Laufbahn.

  Magic 7

Mein schönster Moment war
beim Hallenturnier in Göttingen, als wir vor rund 4000 Zuschauern spielten und das Finale erreichten.

Am Liebsten spiele ich gegen
Rapid Wien, da zwischen uns Violetten und den Grünen immer eine besondere Rivalität herrscht.

Mein größter Förderer ist
Herbert  Gager, Trainer der Austria Amateure, der mich stets unterstützt hat.

In fünf Jahren spiele ich bei
Borussia Dortmund, weil sie die besten Fans haben.

Mein Herz schlägt für
FC Barcelona, weil sie den schönsten Fußball spielen.

Spielerisch gleiche ich/ Mein spielerischer Doppelgänger ist
Andres Iniesta (FC Barcelona),

In meinem Auto läuft
R 'n' B-Musik, weil ich mich dabei am besten entspannen kann.Wir treffen Bernhard Luxbacher in einem Fast-Food-Restaurant im 22. Wiener Gemeindebezirk. Nein, nicht um einen Vertrag mit ihm abzuschließen, sowie es LASK-Präsident Hans Peter Reichel zuletzt mit Karl Daxbacher gemacht hat.

"Im Bus auf der Heimfahrt wurde mir mitgeteilt, dass ich ab sofort bei den Amateuren spiele. Damit habe ich nicht wirklich gerechnet", zeigte er sich damals überrascht. Die guten Leistungen des Hallenturniers konnte er im Frühjahr in der Regionalliga Ost bestätigen. Dabei kam Luxbacher zugute, dass mit ihm auch sein Nachwuchstrainer Herbert Gager zum Amateur-Trainer befördert wurde, der ihn dort auf Anhieb debütieren ließ. "Gager ist zwar ein strenger Trainer, aber er sagt mir gleich, wenn ihm etwas nicht passt. So kann ich mich täglich verbessern und an meinen Schwächen arbeiten." Auch wenn er über seine Schwachpunkte nur ungern redet, weiß er genau, wo er den Hebel ansetzen muss. "Ich bin nicht der Schnellste, doch das versuche ich durch meine Technik wettzumachen. Außerdem muss ich öfter den Torabschluss suchen. Im Nachhinein ärgere ich mich dann, wenn ich in guten Positionen den Ball abspiele, anstatt es selber zu probieren." Profitiert von Luxbachers Teamgeist haben im Frühjahr vor allem die Stürmer der Jung-Veilchen. Selbst gelangen dem Hirschstettner immerhin zwei Treffer in neun Einsätzen, ehe ihn gegen Saisonende eine Verletzung stoppte.

Erster Rückschlag.

Ein gebrochenes Handgelenk beendete seine Frühjahrssaison vorzeitig. Das Resultat: Eine Operation bei Austria-Teamarzt Alexander Kmen und sechs Wochen Pause. Die Verletzung passierte ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als er immer besser in Fahrt kam.  So musste er auch der ÖFB-U19-Auswahl absagen, für die er erstmals einberufen wurde. "Ich habe mich schon sehr darauf gefreut. Hoffentlich klappt es dann im Herbst", blickt Luxbacher optimistisch auf die kommenden Aufgaben – wohl wissend, dass er sich zuerst vollständig von seinem Bruch erholen muss. "Ich fahre regelmäßig in die Südstadt zur Therapie, um mein Handgelenk langsam wieder an die Belastungen zu gewöhnen. Zum Vorbereitungsstart sollte ich aber wieder fit sein",  schaut er voller Vorfreude dem Trainingsauftakt entgegen.

Kommende Aufgaben.

In Windischgarsten holen sich die Austria Amateure heuer den Feinschliff für die kommende Regionalliga-Saison. Ob der täglichen Trainingseinheiten muss auch das Freizeitleben des Youngstars - wohl oder übel - kürzertreten. Nahezu selbstverständlich, dass sich da auch die nächtlichen Ausflüge wieder hinten anstellen müssen: "Während der Meisterschaft bin ich eigentlich nie unterwegs und vor Spielen schon gar nicht." Sein Fokus liegt voll auf dem Fußballfeld – mit starken Leistungen will sich Luxbacher im Herbst ins Blickfeld von Austria-Trainer Peter Stöger spielen: "Mein Ziel ist es, im Winter mit der Kampfmannschaft ins Trainingslager mitzufahren."  Spätestens in eineinhalb Jahren will er dann endgültig im Profibereich Fuß fassen. "Mein Traum ist die deutsche Bundesliga. Von der Sprache und der Professionalität her ist es die beste Liga für junge Österreicher", schwärmt er von den Möglichkeiten in unserem nördlichen Nachbarland.

Park-Kick mit Alaba und Co.

Viele von Luxbachers Freunden haben den Schritt über die Grenze bereits gewagt. Die entsprechende Technik haben sich die jungen Österreicher beim gemeinsamen Kick im Park angeeignet. Die Duelle zwischen den Luxbacher-Brüdern Bernhard und Daniel (FC Lustenau) waren stets hart umkämpft. "Mein Team hat aber meistens gewonnen", lacht Bernhard. Und das, obwohl im gegnerischen Team neben seinem Bruder Bayern-Spieler David Alaba geigte. Sein älterer Bruder Daniel war es auch, der ihm den fußballerischen Weg vorzeichnete. Nahezu synchron sind ihre Karrieren anfangs verlaufen: Mit 9 Jahren folgte Bernhard seinem Bruder von Heimatklub Hirschstetten zu Stadlau. Danach trennten sich ihre Wege jedoch. Daniel ging zu Rapid, Bernhard wechselte ein paar Jahre später zum großen Rivalen nach Favoriten. Von da an ging sein Weg stetig bergauf – der Höhepunkt der noch jungen Fußballerkarriere folgte mit der Unterzeichnung seines ersten Profivertrags. Dauerhaft soll’s für Luxbacher aber ins Ausland gehen, sein Berater Rob Groener - der auch schon Marko Arnautovic groß herausbrachte - will ihn früher oder später in eine Topliga transferieren. Seine bevorzugte Destination hat er mit Deutschland schon ausgemacht. Besonders angetan hat es ihm der amtierende Meister Borussia Dortmund. "Jeder junge Spieler träumt davon, eines Tages in den großen Stadien zu spielen. Vor 80.000 Fans in Dortmund mit der gelb-schwarzen Wand im Rücken – was Schöneres kann ich mir nicht vorstellen", sagt der 17-Jährige mit leuchtenden Augen und schaut dabei gleichzeitig auf sein Handgelenk. Er grinst, denn der Bruch ist fast gänzlich verheilt. Er weiß, dass er sich nun wieder voll und ganz auf den Fußball konzentrieren kann.


Was ist "Coming soon"?
Monatlich werden die größten Jungtalente der rot-weiß-roten Fußballwelt unter die Lupe genommen. Die Nachfolger von Pezzey, Krankl und Co. scharren bereits in den Startlöchern und haben Großes vor. Von Visionen und Vorbildern, Erfolgen und Enttäuschungen, Zielen und Erwartungen.