Saison 2011/12 – Ein Rückblick durch die grün-weiße Brille

Stefan Kreuzhuber am 2012-05-21

Vor knapp einer Woche fand das letzte Meisterschaftsspiel der T-Mobile Bundesliga statt. Rapid konnte mit einem 2:0 Heimsieg einen ansprechenden Saisonschlusspunkt setzen. Der zweite Tabellenplatz und die mit einhergehende Qualifikation für die Europa League Qualifikation sind das Ergebnis einer abwechslungsreichen und actiongeladenen Saison. Wie es dazu kam, möchte ich in diesem Artikel kurz Revue passieren lassen.

Saisonauftakt – Blitzstart, Fanproteste und Formtief

Für Rapid startete die Saison als Folge des Platzsturms mit einem „Geisterspiel“ daheim gegen die Admira. Dank Toren von Salihi und Nuhiu konnte man erfolgreich in die Saison starten. Im darauffolgenden Auswärtsspiel in Wr. Neustadt gelang Dank zwei späten Toren die Verteidigung der Tabellenführung.  Auf Grund des strengen Maßnahmenkatalogs als Folge des Platzsturms drückten im Herbst viele Fanclubs der West- und Osttribüne ihren Protest durch das Fernbleiben vom Stadion aus. Dadurch war die Stimmung während der gesamten Herbstsaison weit unter jener, für die St. Hanappi normalerweise fast schon europaweit bekannt ist.

Zusätzlich fiel die Mannschaft auch sportlich nach der zweiten Runde in ein tiefes Loch. Gegen die vier vermeintlich schärfsten Konkurrenten Ried, Sturm, Austria und Salzburg konnten gerade einmal zwei Pünktchen geholt werden. Zu diesem Zeitpunkt war für viele das Thema Europa League schon Geschichte. Auf Grund von Ausrutschern der Konkurrenz konnte man aber trotz schwacher eigener Leistungen den Anschluss an die Spitze halten.

Abwechslungsreicher Herbst – ein Auf und Ab

In den folgenden Spielen war ein leichter Aufwärtstrend erkennbar. Im zweiten Meisterschaftsquartal konnten aus den Spielen gegen die „Top-Four“ starke acht Punkte geholt werden. Neben Heimsiegen gegen Salzburg und Sturm, erreichte man in Ried und beim Derby in Favoriten ein Remis. Die exzellente Ausgangsposition wurde allerdings durch einige, auch qualitativ schwache, Unentschieden vergeben. Trotzdem konnte man sich mit einem knappen 2:1 Heimsieg gegen die Admira zum Winterkönig krönen, auch wenn dieser Titel bei den gezeigten Leistungen mehr als schmeichelhaft war.

Rückrundenstart – Torflaute und Fußball zum Abgewöhnen

Mit großen Ambitionen reiste man zum Auswärtsspiel nach Wr. Neustadt. Minus 10° C und ein gefrorener Platz sorgten aber dafür, dass kaum Fußball gezeigt wurde. Das Ergebnis war ein torloses Remis. Auch die Aufeinandertreffen mit der Austria im Happel-Oval und Sturm in Graz endeten ohne Treffer. Erst gegen Ried konnte die Torflaute gebrochen und ein knapper 1:0 Erfolg erreicht werden. Die unglückliche Niederlage in Salzburg und ein ernüchterndes Remis gegen Mattersburg ließen die aufkeimenden Hoffnungen auf den Titel allerdings rasch wieder schwinden. Auch die Niederlage in Tirol war ein weiter Dämpfer für den Kampf um die Meisterschaft.

Die Entscheidung – Chaos-Partie in Hütteldorf

Dank einer Serie von fünf Spielen ohne Niederlage bekam Rapid trotzdem noch die Chance auf den Titel. Ein Sieg mit zwei Toren daheim gegen Red Bull Salzburg hätte zum Erklimmen der Tabellenspitze gereicht. Doch alles kam anders: In einem Spiel, das von fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen geprägt war, hatte Rapid viel Pech und verlor unglücklich mit 0:1. Torschütze Stefan Maierhofer hätte zum Zeitpunkt des Treffers auf Grund eines vorhergehenden Ellbogenchecks gar nicht mehr am Spielfeld stehen dürfen. Diese bittere Niederlage war gleichbedeutend mit dem Ausscheiden aus dem Titelrennen. Auch die drei Siege zum Abschluss konnten daran nichts mehr ändern.

Mein Fazit

Grundsätzlich hätte ich vor der Saison den zweiten Platz, sofern es ein Angebot gegeben hätte, „ungschaut“ genommen. In Anbetracht der Unruhe im Umfeld und dem Umbruch des Kaders war der europäische Startplatz aus damaliger Sicht schon ein hochgestecktes Ziel. Im Nachhinein zurückblickend wäre in diesem Jahr auch mehr als der zweite Platz möglich gewesen. Leider haben die zwei äußerst unglücklichen Niederlagen gegen Red Bull (1:3 in Salzburg; 0:1 in Wien) den Sprung nach ganz oben verhindert. Mit etwas mehr Glück und einem anderen Schiedsrichter hätte auch heuer schon „Mission 33“ erfüllt werden können. Alles in allem blicke ich trotzdem positiv auf dieses Jahr zurück und hoffe, dass Rohdiamanten wie Grozurek und Wydra in der nächsten Saison den Aufwärtstrend bestätigen können und dass auch vor allem Steffen Hofmann wieder in Normalform kommt. Dann kann man als Rapidfan auch wieder von ganz oben Träumen.

PS: Eine genauere Spielerbewertung mit Jahreszeugnis folgt in den nächsten Tagen!